PCT 2022 Tag 95, 14.2 Meilen bis PCT-Meile 931.2

Am Morgen verabschiede ich mich von den beiden Wanderern von gestern – so selten es auch vorkommt, aber diesmal bin ich schneller. Hike your own hike … Heute steht ein Highlight an, auf das ich mich schon seit ein paar Tagen freue. Thousand Islands Lake ist einer der ersten wirklich großen Seen des Trails und gleichzeitig eben mit sehr vielen in Inseln gesegnet, wenngleich es vielleicht auch nicht tausend sind. Bereits der Weg dorthin bietet schöne Ausblicke:

Der See selber liegt zwischen Bergen, die alle noch zum Teil schneebedeckt sind. Der Kontrast zu den baumbestandenen Mini-Inseln ist beeindruckend, siehe auch das Bild ganz oben:

Nachdem ich den See eine ganze Zeit genossen habe, ein ab Stück am Ufer entlang gewandert bin, und fotografiert habe, gehe ich weiter. Die Ausblicke bleiben spektakulär, ich fotografiere etwas, das einfach nur „Baum“ heißt, aber ebenso gut eine Skulptur sein könnte:

Vorbei geht es an einem weiteren See und an einem Murmeltier, das eine Foto-Op wittert:

Danach muss ich eine Entscheidung treffen. Donahue Pass steht an, über 3000 Meter hoch und sicherlich schneebedeckt. Es ist inzwischen Nachmittag. Bisher bin ich die Pässe immer am frühen Vormittag angegangen, um vom noch harten Schnee zu profitieren. Wenn ich das hier auch machen will, muss ich vor dem Pass übernachten. Ich bin heute noch nicht sehr weit gekommen, würde deshalb gerne noch ein paar Meilen machen. Andererseits sind Schneefelder nachmittags deutlich gefährlicher. Dann wiederum ist das Frühjahr inzwischen weit fortgeschritten, und es sollte nicht mehr allzuviel Schnee liegen.

Ich entscheide mich, trotz der vorgerückten Tageszeit den Pass in Angriff zu nehmen.

Damit bin ich nicht alleine:

Der Anstieg ist steil und dank des Schmelzwassers sehr nass. Immer wieder weiche ich Pfützen oder kleineren Bächen aus, die sich auf meinem Trail eingefunden haben. Spät am Nachmittag passiert es dann: ich weiche ungeschickt aus, stürze, und liege im Wasser. Linkes Knie und linker Ellenbogen haben etwas abgekriegt. Ich bleibe einen Moment liegen, dann fällt mir auf, dass sich der Rucksack gerade vollsaugt … ich stehe auf, versuche weiterzugehen. Das gelingt, wenn auch unter Schmerzen im Knie. Langsam komme ich voran und erreiche die Passhöhe. Auf dem Weg begegnet mir noch dieser Schmelzwassersee:

An der Passhöhe erreiche ich einen sehr markanten Punkt: hier betrete ich Yosemite, einen der berühmtesten Nationalparks Amerikas. Die nächsten Tage werde ich im Backcountry dieses Parks wandern. Für heute aber ist es Zeit, einen Zeltplatz zu suchen. Ich folge dem Oberlauf der Lyell Fork des Tuolumne Rivers, und muss dies noch eine ganze Weile lang tun – alle hochgelegenen Zeltplätze sind belegt. Schließlich finde ich nach einer ziemlich kalten, tiefen und langen Flussüberquerung ohne Brücke einen großen Zeltplatz, der durch seine zahlreichen Mücken eifrig beworben wird. Zwei letzte Murmeltier vereinbart einen Fototermin – danach ist es Zeit zu schlafen:

1 Comment

  1. Elaina+Hyde

    Gregor, I have no idea whether you might be able to open this or whether you’r listening to music, but if you can, I highly recommend listening to this stunningly beautiful, quite wondrous 41 minute performance of Chopin’s Piano Concerto #1 in E Minor by Bruce (XIAOYU) Liu, the Canadian winner of the 18th International Chopin festival in Warsaw with the Warsaw Philharmonic..
    I think you have to scroll down to the second video.

    https://www.cbc.ca/music/canada-s-bruce-xiaoyu-liu-has-won-1st-prize-at-the-18th-international-fryderyk-chopin-piano-competition-1.6218942

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